Bauchgefühl - Über die schönsten Makel der Welt

Bauchgefühl

Über die schönsten Makel der Welt

 

Schwanger. Frau strahlt vor Glück und schwebt auf Wolke 7. Und nach den ersten bangen Wochen stellt sich die Vorfreude auf den wachsenden Babybauch ein. Ich für meinen Teil konnte es kaum erwarten Umstandsmode zu kaufen und stolz meine Kugel vor mir her zu schieben.
Doch in die Vorfreude mischen sich schnell Sorgen. Plötzlich bekommt man von allen Seiten Tipps zum Thema Schwangerschaftsstreifen und schnelles Abnehmen nach der Geburt.

Spezielle Öle, kaltes Abduschen und Massieren sollen den lästigen Streifen vorbeugen.
Wie eine Verrückte habe ich während der Schwangerschaft meinen wachsenden Bauch eingeölt, eingecremt und sanft massiert. Trotz allem entdeckte ich ihn nur wenige Tage vor der Geburt unterhalb des Bauchnabels. Meinen erster Streifen. Er war nicht groß, aber vorhanden. Ich war wütend und frustriert. Ich hatte doch jeden Rat befolgt. Und trotzdem. Da war er nun.

Als mein Sohn geboren war und der Bauch sich langsam zurückbildete hatte ich das Gefühl, es werden immer mehr Streifen. Sie wurden immer deutlicher. Zwar waren sie nicht dick und auch nicht sehr dunkel, aber sie waren da. Hinzu kam die schlaffe Haut und natürlich etwas Mamaspeck. Die Poren oberhalb des Bauchnabels waren durch die Dehnung der Haut zu klrinen Kratern geworden. Ich fühlte mich überhaupt nicht wohl in meiner Haut.

Die Genetik pfeift auf teure Öle

Das ist jetzt mehr als ein Jahr her. Heute erst weiß ich, dass zum größten Teil unsere Genetik vorgibt, ob und wie ausgeprägt wir zu lila Tigern werden oder nicht. Und der Genetik ist es ganz egal wieviel wir cremen und wie teuer das Öl war. Wir können die Risse in der Haut mit etwas Glück mindern, aber nicht aufhalten.
Und auch das zusätzliche Hüftgold werden nicht alle direkt wieder los. Vorallem, wenn man stillt und sich deshalb nicht direkt in eine Diät stürzt. Oder wenn der Beckenbiden einfach sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde und der meiste Sport erstmal Tabu ist. Außerdem hat die frisch gebackene Mama doch erstmal viel besseres und schöneres zu tun als ein schweißtreibendes Workout. Nämlich Baby bestaunen und kuscheln. 

Anfangs habe ich mich für meinen Bauch geschämt. Vorbei die Jahre der hübschen Bikinis, dachte ich mir. Heute zeige ich meinen Bauch mit Stolz. Wenn wir kuscheln schiebt Little E seine kleine Hand unter meinen Pullover und streichelt meinen Bauch. Wenn wir baden ist er fasziniert davon wie tief sein kleiner Finger in meinem weichen Bauch verschwinden kann. Und er lacht sich schlapp wenn er versucht mich zu kitzeln und mein Bauch wabbelt wie ein Pudding. Und ich lache mit. 

Jeder Bauch erzählt eine Geschichte

Ich trage meinen Mamabauch mit Stolz. Denn ich weiß, was er geleistet hat. Diese Risse und Falten und Röllchen sind die besten und schönsten, die es gibt. Mamaspeck eben. Und obwohl andere sie vielleicht unansehnlich finden, fühle ich mich durch sie noch weiblicher als vor der Schwangerschaft. Sie erzählen die Geschichte eines Wunders. Sie gehören zu mir. Genau wie mein Kind. Und ich freue mich schon jetzt darauf, meinen Bauch eines Tages vielleicht wieder wachsen zu sehen. 

Eure Valentina

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